VERORTUNGEN

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lustan

 

sprüche1

 

gw/ Nov 19    

Das Leben in seiner ganzen wunderbaren Fülle gelangt wohl nur in die Existenz vermittels eines unablässigen „Stirb und Werde“, wie Goethe es einst als „Selige Sehnsucht“ menschlichen Gastseins auf dieser Erde bezeichnete. . .

Beides unterliegt bewusst steuernder Gestaltungskraft meistenteils allenfalls illusionär.

Es vollzieht sich dort zur Gunst und Freude Beteiligter, wo diese fallweise ein ersehntes wie ein ganz unverhofftes Miteinander-Schwingen erfahren und zwischen einander wachsen zu lassen lernen, indem sie ein Gespür dafür entwickeln, wie es beibehaltend auszuloten wäre und: wie sich jeweils beherzt bis dahin nicht geahnte neue Harmonien bilden ließen . . .

Und es findet noch jedesmal seine mehr oder minder schmerzlichen Enden, mal kleinteilig, mal fürchterlich großräumig. . .

Wer will, dass etwas sei – also unendliches Vierlerei in unendlich vielen sich mal treffenden, mal zerstreuenden bzw. einander bedrängenden Rhythmen und Erfahrungshorizonten – . . .
. . . wer also ein   – nicht anders als so sein könnendes –   Etwas will und nicht vielmehr nichts : der hat zu begreifen, dass es in und zwischen diesem vielfältgen Etwas keine Hand geben k a n n , nicht einmal eine als allmächtig-göttlich herbei-erhoffte, für die die alles umstürzende Möglichkeit existierte, diesem Etwas eine dauerhafte Schwingungs-Harmonie zu verleihen . . . – es sei denn den Umsturz ins ´Nicht-Etwas´, was immer das wäre . . . ! !

Von so etwas wie einem Einstellungs-Tool zu träumen, das fehlende Harmonien via machtgeballtem Zentral- oder quasi allmächtigem Außenimpuls erzwänge, v e r s c h r ä g t unser Träumen immer wieder zutiefst:
Unser aller Lebendigkeit hängt a u c h an unserem Sterben-Müssen, ja -Dürfen.

Dauer und Qualität dieser Lebendigkeit liegen in den Stücken von Zusammen und Auseinander aller Einzelschwingungen, zu denen ein/e jede/r von uns findet.
Ob und wieweit wir einander dabei finden oder längerfristig in einem Maße verfehlen, dass wir zu keinen gedeihlichen neuen Klang-& Melogie-Bandbreiten gelangen, liegt an unserem Gespür für uns selbst wie füreinander.
Da lässt sich weder etwas einfordern noch erzwingen.
Teilen wir einfach unseren Einfallsreichtum, loten wir aus, was wir uns und einander gewinnen, wenn wir mit diesem oder jenem unserer Einfälle zu operieren beginnen – finden wir ins Gespräch und in Verständigungen, aber entschieden jeseits hybrider ´Rettungs-Mantren´!

Leben wir mit wem immer es gelingt, was uns jeweils ausmacht – austauschfreudig und entwurfsfreudig – und einverständig damit, dass ´Weltrettung´ ebensowenig wie ´Welt-Untergang´ je im Benehmen sich noch so machtvoll gruppierender Existenzen liegen wird – – –

– das ´Stirb´ mögen sie sich vermeintlich mehr oder minder erfolgreich auf die Fahnen schreiben und mit herbeiführen …

– das begleitende wie anschließende ´Werde´ erwächst hingegen aus Wirkgefügen, deren Autopoiesis von keinem Menschenhirn, keinem noch so hochgetrimmten Cyberwesen oder gar von ´künstlicher Intelligenz je wird erfasst werden können …, denn all das wird immer ein so oder so ausdifferenziertes Etwas sein und nicht das allmächtig-unvorstellbar statisch alles in sich umschließende Nichts im ´Kokon´. . . ! !

Kein ´Stirb´, das keines Hinterhertrauerns ´wert´ wäre und dessen sich immer auch widerstreitender Nachhall nicht fortwirkte in dem, was jeweils ´wird´, unendlicher Möglichkeiten wie Abgründe voll…

Wichtig ist unser jeweiliges Lebendig-Sein im Stirb-und-Werde der Prozesse, an denen w i r je perönlich teilhaben und die wir mitprägen, mal in Fülle, mal nur beeinträchtigt, aber immer mit unserer unkapputtbaren Einmaligkeit.

Ob diese Prozesse nun historisch am „Ende der Hochzivilisation“ stattfinden – oder wann immer davor oder danach: Hat das wirklich Bedeutung ? – Bei Erich Fried heißt es: “ Es ist was es ist sagt die Liebe “ . . .

Niemand braucht ´Tribunale´ außer denen, die sich anderen voraus glauben und ´Leben´ entsprechend als ein Rangeln um Positionsgewinne begreifen . . .
Wo Menschen nicht tun, was sie könnten, ist das noch jedesmal m i t das Gemeinschaftswerk aller darin so oder so Verflochtenen, soweit sie in eher lieblosem Machtstreben unterwegs waren, statt mit unbewehrter Barmherzigkeit . . . ,
– einer Barmherzigkeit, ohne die welche Kraft und Freude auch immer verdorren . . . !

 

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